Scheidung Lexikon Trennung

Trennung

Entsprechende Verfahren
Scheidung
Trennung
Auseinandersetzung Partnerschaft
Änderung eines Urteils
Vereinbarung unverheiratete Eltern

Im Gegensatz zur Scheidung führt eine Trennung nicht zur Auflösung des Güterstandes oder zum Ausgleich der BVG.

Am Ende der Seite finden Sie nützliche Links zu Themen, die eine Trennung betreffen (Kinder, Aufteilung der ehelichen Wohnung usw.).


Beitrag zum Unterhalt des Ehepartners

Solange die Ehe (bzw. Partnerschaft) dauert, müssen sich die getrennte Ehegatten ein jeder nach seinen Kräften an den Kosten beider Haushalte beteiligen.

Denn im Falle von Eheschutzmassnahmen (Trennung) oder bei der Aufhebung des gemeinsamen Haushaltes in einer eingetragenen Partnerschaft, bleiben die Ehegatten/Partner verheiratet (bzw. in einer Partnerschaft) und schulden sich gegenseitig Beistand und Unterhalt (Art. 163 ZGB).

Daher muss der Beitrag für einen Ehegatten (wenn nötig) die Beibehaltung des gleichen Lebensstils bei Trennung ermöglichen (5A_64/2018 ).

Auch wenn die Wiederaufnahme des gemeinsamen Lebens nicht in Aussicht gestellt werden kann (5A_344/2019 ). Dies ist bei einer Scheidung (oder Auflösung einer Partnerschaft) nicht der Fall. Hier besteht grundsätzlich keine Verpflichtung mehr, den anderen finanziell zu unterstützen, es sei denn, der ehemalige Ehepartner kann nach der Scheidung nicht mehr angemessen leben.

Grundsätzlich werden daher die finanziellen Beiträge für den Ehepartner im Rahmen von Trennungen größer sein als im Rahmen einer Scheidung.

Oft wird aus diesem (rein finanziellen) Grund von einem der Ehegatten das Prinzip der Scheidung (nicht nur die Folgen) abgelehnt.

Durch die Weigerung, sich scheiden zu lassen, kann der Ehegatte darauf spekulieren, dass er noch zwei Jahre unterhalten werden kann. Denn erst nach zwei Jahren faktischen Getrenntlebens kann trotz des Widerspruchs des anderen Ehegatten die Scheidung eingereicht werden (Artikel 114 ZGB ).

Da das BVG-Vermögen nicht bei der Trennung, sondern bei der Scheidung geteilt wird, profitiert der andere Ehegatte zudem noch zwei Jahre (bei einer Partnerschaft ein Jahr) von der Ansammlung des BVG-Vermögens des anderen während der Trennung.

Zum Grundsatz der Aufrechterhaltung des Lebensstandards siehe: 5A_267/2014 .


Finanzielle Situation der Ehegatten

In Fällen, in denen die finanzielle Situation sehr angespannt ist, dürfen die Kantonsgerichte nach Ansicht des Bundesgerichts ohne Willkür Steuerschulden berücksichtigen (5A_329/2016) oder nicht (5A_599/2014), um den Betrag des Unterhaltsbeitrags für den Ehepartner zu berechnen.

Für den Fall, dass die finanzielle Situation komfortabel oder sehr gut ist, siehe: 5A_864/2018 .

Bei der Alimentenberechnung kann Vermögen berücksichtigt werden, wenn das Einkommen nicht ausreicht (5A_170/2016 und 5A_629/2017), insbesondere wenn das Vermögen zu Rentenzwecken angesammelt wurde (5A_25/2015).

Für ein Beispiel, in dem das Gericht es ablehnte, das Vermögen eines Ehegatten zu beteiligen, siehe: 5A_25/2015.

Für ein Beispiel, bei dem das Gericht die Verwendung des Vermögens zur Zahlung von Unterhalt anordnet (Verpflichtung, das Gebäude zu verpfänden, um die Rente zahlen zu können), siehe: BGE 138 III 289.

Wenn jeder über ein Einkommen oder Vermögen verfügt, das es ihm erlaubt, den vor der Trennung geführten Lebensstil beizubehalten, ist kein finanzieller Beitrag fällig, auch wenn einer über mehr Einkommen/Vermögen verfügt als der andere (5A_823/2014).

Bei knappen Budgets haben die Alimente für das Kind (oder die Kinder) Vorrang vor die Alimente des Ehegatten, die wiederum Vorrang vor die Alimente hat, die dem erwachsenen Kind zustehen würde (BGE 146 III 169).

Alimente können nicht nur für die Zukunft, sondern auch für das Jahr vor dem Antrag beantragt werden (5A_457/2017).

Bevor Sie überlegen, wie Sie die Höhe der Alimente festlegen, müssen Sie sich mit 5 verwandten Themen befassen:

  • Andere Sonderfälle, die den Bezug von Alimenten oder eines Unterhalts außerhalb des klassischen Falles ermöglichen.
  • Was heisst Einkommen?
  • Soll ein hypothetisches Einkommen berücksichtigt werden?
  • Gibt es eine Verpflichtung zur Arbeit?
  • Was passiert, wenn einer der Ehegatten mit einer neuen Beziehung lebt?