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Strafrechtliche Aspekte

Das Strafrecht zielt auf die Bestrafung des Täters besonders schwerer Handlungen ab.

Klicken Sie hier für den Text des schweizerischen Strafgesetzbuches. Im Folgenden geben wir Ihnen die spezifischen Verweise des Strafgesetzbuches an, die insbesondere im ehelichen Kontext gelten.

Jeder, der gegen eine strafrechtliche Vorschrift verstösst, kann zu einer Geld- oder Freiheitsstrafe verurteilt werden. Wenn der Angeklagte besonders gefährlich erscheint, kann er als Präventivmassnahme sofort inhaftiert werden (“Sicherungsverwahrung”).

Wir beschränken uns hier auf vier Bestimmungen des Strafrechts, die im Zusammenhang mit Ehestreitigkeiten anwendbar sein können:

  • Kindesentführung
  • Hausfriedensbruch
  • Verletzung der Unterhaltspflicht
  • Gewalt
  • Vergewaltigung in der Ehe

Wenn Ihr Ehepartner eines dieser Vergehen begeht (oder zu begehen versucht), wird wahrscheinlich ein Strafverfahren eingeleitet, um ihn zu bestrafen. Darüber hinaus haben Sie auch die Möglichkeit, beim Zivilgericht vorsorgliche Massnahmen zu erwirken (Link setzen) und/oder die Scheidung durch einseitiges Gesuch zu beantragen.

Diese Bestimmungen können natürlich auch für unverheiratete Eltern oder Partner in einer eingetragenen Partnerschaft gelten (sofern in den folgenden Texten nicht anders angegeben).

Verletzung der Unterhalts- oder Erziehungspflicht

Die Verletzung der Fürsorge- oder Erziehungspflicht gegenüber einem Kind wird mit einer Geldstrafe oder einer Freiheitsstrafe von bis zu drei Jahren bestraft (Art.219 StGB).

Der Täter muss wiederholt gehandelt haben und seine Fürsorge- und Erziehungspflicht so nachhaltig verletzt haben, dass die körperliche oder seelische Entwicklung des Kindes gefährdet ist.

Für ein konkretes Beispiel siehe BGE 149 IV 240: Der Vater schlug seine Kinder regelmäßig, schrie wegen jeder Nichtigkeit und beschimpfte die Kinder regelmäßig als “Arschlöcher”, “Idioten” oder “Schwachköpfe”.

Artikel aktualisiert am 27/11/2023