Scheidung Lexikon Strafrechtliche Aspekte Img

Gewalt

Häusliche Gewalt ist eine traurige Realität, die in der Schweiz und im Ausland immer noch viel zu häufig vorkommt.

Die Gewalt kann von physischer, psychischer oder sexueller Natur sein. Sie kann von wiederholten Ohrfeigen bis hin zu Mord, Vergewaltigung, Belästigung, Stalking, Messerstecherei, Entführung usw. reichen.

Gewalt betrifft natürlich nicht nur heterosexuelle Paare: In einem Entscheid vom 7. September 2018 (1H 18 3) entschied das Kantonsgericht Luzern, dass ein gewalttätiger Partner verpflichtet werden kann, eine Pflichtberatung zu absolvieren.


Was ist im Falle von häuslicher Gewalt zu tun ?

  • Alarmieren Sie sofort die Polizei.
  • Lassen Sie so bald wie möglich ein ärztliches Attest ausstellen.
  • Stellen Sie bei der nächsten Polizeidienststelle einen Strafantrag.
  • Gehen Sie vor Gericht und fordern Sie vorsorgliche Massnahmen, sei es im Zusammenhang mit einem Scheidungsverfahren oder mit Eheschutzmassnahmen.
  • Erhalten Sie Entfernungsmassnahmen.
  • Suchen Sie Zuflucht in einem Aufnahmezentrum.

Sonstige Angaben, einschliesslich einer Liste der Aufnahmezentren, finden Sie auf den folgenden Webseiten:

Für weitere Informationen, insbesondere zu verschiedenen Zufluchtseinrichtungen, kann man folgende Seiten besuchen:

Viele Kantone haben kantonale Gesetze zur Bekämpfung häuslicher Gewalt erlassen.


Bundesrecht

Das Bundesgesetz über die Verbesserung des Schutzes gewaltbetroffener Personen ist seit Juli 2020 in Kraft, doch die meisten seiner Bestimmungen zur elektronischen Überwachung treten erst ab 1. Januar 2022 in Kraft.

Die wichtigsten Punkte wurden in einer Pressemitteilung zusammengefasst.

Am 31. Mai 2017 wurde zudem das Übereinkommen des Europarats zur Verhütung und Bekämpfung von Gewalt gegen Frauen und häuslicher Gewalt von der Schweiz ratifiziert (Istanbul-Konvention).